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2020-11-30T04:50:59+01:00

Als Zwerchfell bezeichnet man eine Muskel-Sehnen-Platte, die
Bauchhöhle und Brusthöhle voneinander trennt. Was viele nicht wissen: Es
handelt sich hier um den wichtigsten Atemmuskel. Deshalb machen sich schon
kleine, auch vorübergehende Funktionsstörungen schnell in einer eingeschränkten
Atmung bemerkbar. Zieht sich das Zwerchfell zusammen, so atmet der Mensch ein.
Er stellt übrigens das einzige Säugetier mit Zwerchfell dar; ein ähnliches
Organ besitzen sonst nur die Krokodile.

Erkrankungen des Zwerchfells

Das Zwerchfell kann auf unterschiedlichste Weise erkranken,
in seiner Funktion gestört bzw. auch verletzt werden. Zwei harmlose Beispiele
hierfür kennt fast jeder aus dem Alltag: Schluckauf und Seitenstiche. Beide
resultieren aus einer vorübergehenden Verkrampfung des Zwerchfells.

Der Zwerchfellhochstand tritt als Folge einer
vorangegangenen Organvergrößerung auf. Dabei vergrößern sich beispielsweise
Leber, Milz oder Magen derart, dass sich das Zwerchfell nach vorne wölben muss.
Hierdurch schränkt es wiederum die Lunge ein, was eine erschwerte Atmung nach
sich ziehen kann. Auch eine Schwangerschaft oder Tumorbildung können zum
Zwerchfellhochstand führen. Behandelt werden muss hier, soweit möglich,
zunächst das ursächliche Organ.

Ein Zwerchfellbruch oder Zwerchfellhernie kann angeboren
sein oder in Folge eines Unfalltraumas entstehen. Dabei können Organe durch
eine Schwachstelle des Zwerchfells in den Brustkorb bis hin in die
Herzbeutelhöhle dringen. Das Zwerchfell weist ganz natürlich verschiedene
Schwachstellen auf, die jedoch im gesunden Zustand nicht von allein
durchbrechen.

Nicht zu verwechseln mit dem Bruch ist die Zwerchfellruptur.
Diese wird durch eine spitze Verletzung oder Durchbohrung hervorgerufen und
kann lebensbedrohlich sein. Die häufigste Ursache für die Zwerchfellruptur sind
Autounfälle, auch bei geringem Tempo. Bei vorangegangenem Unfall bzw. einer
entsprechenden Verletzung sollte umgehend untersucht und bei bestätigter
Diagnose operiert werden, um die Ruptur mit einer Naht zu verschließen.

Heute sehr selten ist die Zwerchfell-Entzündung. Diese
Muskelentzündung ist lokal begrenzt, geht aber mit zum Teil sehr unangenehmen
Beschwerden und Schmerzen einher. Sie wurde früher häufiger durch Trichinen
ausgelöst. Dabei handelt es sich um Parasiten, die bestimmte Tiere (keine
reinen Pflanzenfresser) befallen können. Der Mensch kann sich beim Verzehr von
befallenen Schlachttieren anstecken. Durch heute gängige Hygienemaßnahmen wie
die Untersuchung geschlachteter Tiere ist dieses Risiko deutlich
zurückgegangen.

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