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2020-11-30T04:39:54+01:00

Venen stellen einen entscheidenden Teil des Blutkreislaufs.
Der weniger gebräuchliche Begriff hierfür lautet Blutadern. Dabei
transportieren Venen das verbrauchte, also sauerstoffarme, Blut zum Herzen.
Arterien wiederum transportieren umgekehrt das mit frischem Sauerstoff
angereicherte Blut vom Herzen weg. Der Druck in den Venen liegt deutlich unter
dem in den Arterien. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Kleinere Venen sind
oftmals mit Klappen ausgestattet, die das Rückfließen des Blutes verhindern
helfen. Große Venen besitzen grundsätzlich keine Venenklappen. Je nach
Beschaffenhaut von Haut und Bindegewebe können sich Venen sichtbar bläulich
abzeichnen. Der medizinische Fachbereich für Venen lautet Phlebologie, der
zuständige Facharzt entsprechend Phlebologe.

Venengesundheit: Was man für gesunde Venen tun kann

Es gibt viele Faktoren, die sich auf die Venen auswirken.
Ganz natürlich zum Beispiel die Schwerkraft – sie kann den Venen im Laufe des
Lebens zu schaffen machen, insbesondere bei Menschen, die zum Beispiel im Beruf
viel stehen müssen.
Zu einer der bekanntesten Erkrankungen gehört die sogenannte „Schaufensterkrankheit“
(periphere arterielle
Verschlusskrankheit, kurz pAVK) – einst nach Frauen benannt, die
beim Schaufensterbummel immer wieder lange stehenbleiben, wobei viele andere
Auslöser mindestens ebenso wichtig sind. Durch regelmäßige Bewegung, spezielle
Übungen, den Verzicht aufs Rauchen, nach Möglichkeit rechtzeitige Prävention
von Risikofaktoren wie Diabetes und Bluthochdruck kann das Erkrankungsrisiko
verringert werden. Bei bereits begonnener Erkrankung kann der Verlauf zumindest
günstig beeinflusst werden. Diese Vorsorgemaßnahmen sind allgemein förderlich
für die Venengesundheit.

Krampfadern, Thrombose und andere Venenkrankheiten:
Ursachen, Diagnose und Behandlung

Wenn die Venen erkranken, können verschiedene Ursachen zu
Grunde liegen. Bei einigen Leiden spielt die genetische Veranlagung eine große
Rolle, bei anderen hingegen kaum. Daneben gelten die oben genannten
Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen, häufige Tätigkeit im Stehen oder
Sitzen: Sie können zu einer Stauung der Venen beitragen, die dann in
unterschiedlichen Krankheiten mündet. Auch Übergewicht kann die natürliche
Wirkung der Schwerkraft auf die Blutgefäße verstärken und sie somit schwächen
oder strapazieren. Durch natürliche Alterungsprozesse verliert zudem das
Bindegewebe seine stützende Funktion, was sich wiederum auf die Venen auswirkt.

Zu den bekanntesten und relativ weit verbreiteten
Venenleiden gehören Krampfadern oder Varizen. Hierbei handelt es sich um knotig
erweiterte Venen in unterschiedlichen Stadien. Streng genommen zählen auch
Besenreiser, die häufig nur als „Schönheitsmakel“ wahrgenommen werden, hierzu.
Krampfadern können heute relativ gut auch minimal-invasiv, also ohne offene
Operation, behandelt werden. Häufig kommen zur Verödung zum Beispiel Laser,
Radiofrequenz oder chemische Mittel zum Einsatz.

Venenentzündung und Thrombose

Bis heute unbekannt ist der genaue Auslöser für die
Venenentzündung (Phlebitis). Möglicher Weise sind Krankheitserreger
verantwortlich. An den Armvenen kann die Phlebitis iatrogen, also durch Arzt
oder Pflegepersonal verursacht, als Folge von Kanüle oder Katheter entstehen.
Die Phlebitis macht sich im Gegensatz zu anderen Venenerkrankungen fast immer
durch starke Beschwerden wie Rötungen, Schmerzen und Schwellungen bemerkbar und
sollte umgehend behandelt werden.

An der Thrombose sind vor allem ihre potentiellen Folgen
gefährlich: Zunächst einmal ist hier eine tiefe Beinvene verstopft. Löst sich
der Thrombus, also das Blutgerinnsel, dann kann es zum Beispiel Richtung Lunge
wandern und hier eine lebensgefährliche Embolie auslösen. Thrombosen entstehen
im Zuge einer Blutgerinnung, die normaler Weise einen Schutzmechanismus des
Organismus darstellt. Unter gewissen Umständen kann diese jedoch übermäßige
Auswirkungen haben – besonders häufig bei Verletzungen in Kombination mit
langer Bewegungsarmut, wie es beispielsweise nach einer Operation im
Krankenhaus der Fall ist. Deshalb werden hier präventiv Anti-Thrombosespritzen
verabreicht. Auch Diabetes, Rauchen oder die Einnahme bestimmter Anti-Baby-Pillen
können das Entstehen einer Thrombose begünstigen, neben erblicher Veranlagung.
Im Rahmen der hormonellen Umstellung während einer Schwangerschaft kann das
Risiko einer Thrombose ebenso erhöht sein.

Wichtig: Weil Venenleiden oft erst dann Beschwerden machen,
wenn sie bereits fortgeschritten sind, sollte bei Verdacht in jedem Fall ein
Facharzt (Phlebologe) aufgesucht werden. Durch bildgebende Verfahren wie
Ultraschall, aber auch die körperliche Untersuchung kann häufig schon eine
erste Diagnose gegeben werden. Frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt,
sind die Prognosen meist gut. Unbehandelt hingegen kann ein Venenstau im
schlimmsten Fall schwere Folgen wie Venengeschwüre bis hin zum offenen Bein
(Ulcus cruris) nach sich ziehen.

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