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2020-11-29T11:29:20+01:00

Als Band bezeichnet man in der Medizin einen
Bindegewebsstrang, der einen essentiellen Bestandteil eines Gelenks darstellt.
Dabei sind in der Regel mehrere Bänder vorhanden, die die verschiedenen
Knochenteile miteinander elastisch verbinden. Hier kommt dem Band die Aufgabe
zu, das Gelenk zusammenzuhalten, aber dabei weder zu wenig noch zu viel
Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Der medizinische Fachbegriff für das Band
lautet Ligamentum. Je nach Position gibt es dann nochmals eine spezifische
Fachbezeichnung. Der Hauptbestandteil der Bänder ist Kollagen, ein Eiweiß des
menschlichen Bindegewebes.

Übermäßig elastische Bändern: Hypermobilität

Im Normalfall sorgen Bänder für genau das richtige Maß an
Bewegungsfreiheit. Sie stabilisieren und stützen das Gelenk und sorgen
andererseits für ausreichend Elastizität, um Bewegungen auszuführen. Es gibt
jedoch Krankheitsbilder, bei denen eine übermäßige Dehnbarkeit der Bänder
vorliegt. Hierbei spricht man vom Hypermobilitätssyndrom. Es handelt sich
hierbei um eine angeborene Schwäche des Bindegewebes. Erst, wenn Beschwerden
wie Schmerzen oder andere Einschränkungen auftreten, spricht man von einer
Krankheit bzw. vom Syndrom.

Unfälle und Verletzungen der Bänder

Zu den häufigsten Verletzungen der Bänder zählen die
Bänderdehnung, die Bänderzerrung und der Bänderriss. Beide treten häufig als
Folge von Sportunfällen auf, können aber auch im Alltag zum Beispiel beim
Umknicken des Knöchels (hier dann am Sprunggelenk) entstehen. Ein operativer
Eingriff ist nur bei deutlichen Verletzungen nötig, oftmals genügt eine
konservative Behandlung zum Beispiel durch spezielle Tapes und/oder Schienen.
Schonung ist gerade bei Sportlern angeraten, allerdings sollte das Gelenk
trotzdem beweglich gehalten werden. Welche Maßnahmen genau erforderlich sind,
bestimmt der behandelnde Arzt (in der Regel zum Beispiel ein Orthopäde oder
Sportmediziner).

Als Ligamente (Plural von Ligamentum) werden in der Anatomie
die Bänder bezeichnet. Dabei handelt es sich um strangartige Strukturen des
Bindegewebes, die eine wichtige Rolle für die korrekte Funktion der Gelenke
(zum Beispiel Sprunggelenk) spielen: Zum einen sorgen sie für ein ausreichendes
Maß an Beweglichkeit, zum anderen und gleichzeitig aber beschränken die
Ligamente diese Mobilität auf ein vernünftiges Maß. Im Gegensatz zu Sehnen, die
sich zwischen Knochen und Muskeln befinden, verbinden Bänder stets Knochen mit
Knochen.

Verletzung und Überdehnung der Ligamente

Wie stark dehnbar die Bänder in den Gelenken sind, hängt
auch von der individuellen Veranlagung ab. Im Normalfall sollten diese wie
beschrieben einen guten Kompromiss aus Dehnbarkeit und Stabilität bieten. Bei
entsprechend veranlagten Menschen können die Bänder bzw. Ligamente aber auch
übermäßig dehnbar sein, so dass die Stabilität fehlt – Betroffene werden dann
zum Beispiel als außerordentlich gelenkig wahrgenommen. Umgekehrt können die
Ligamente auch sehr fest sein, was eine eingeschränktere Mobilität mit sich
bringt. Durch gezielte Physiotherapie sowie regelmäßige, gelenkschonende
Bewegung kann die Dehnbarkeit zumindest verbessert werden.

In der Regel rücken die Bänder aber erst dann in den Fokus,
wenn sie auf die ein oder andere Weise nicht mehr funktionieren, wie sie
sollten: Zum Beispiel dann, wenn ein Band gerissen oder zumindest überdehnt
wurde. Dies kann schon durch kleine Unfälle, beispielsweise das Umknicken des
Sprung- oder Kniegelenks, geschehen. Auch die kleinen Fingergelenke können betroffen
sein. Bei richtigen Sportverletzungen sind die Auswirkungen entsprechend oft
noch drastischer.

Sowohl Bänderdehnung als auch Bänderriss sollten von einem
Facharzt untersucht werden. Gerade die Folgen überdehnter Bänder werden häufig
unterschätzt: So kann es durch die Fehlbelastung zu Spätfolgen kommen, darunter
auch Arthrose. Eine dauerhafte Instabilität der Gelenke kann beispielsweise
auch das Aus für eine sportliche Laufbahn bedeuten. Entsprechend wichtig sind eine
umgehende, korrekte Diagnose und eine hierauf zugeschnittene Behandlung. Die
Therapie kann dabei von konservativen Maßnahmen mit Spezialschienen und
Schonung bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen. Zur Wiederherstellung der
Beweglichkeit sind oftmals auch physiotherapeutische Maßnahmen sinnvoll und
hilfreich.

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