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2020-11-29T10:53:00+01:00

Die Einlage eines Vaginalbands stellt eine Möglichkeit zur
Behandlung der Belastungsinkontinenz bei der Frau dar. Die Belastungsinkontinenz
ist eine Form der sogenannten Harninkontinenz. Insgesamt betrachtet leiden
schätzungsweise 20 bis 50% aller Frauen an einer Form von Inkontinenz. Dabei
sind Frauen aller Altersklassen betroffen.

Die Belastungsinkontinenz macht sich durch unwillkürlichen
Harnabgang bei (körperlicher) Belastung bemerkbar. Sie wird auch als
Stressinkontinenz bezeichnet und steht im Gegensatz zur Dranginkontinenz, die
unabhängig von äußeren Faktoren besteht. Man unterteilt sie in drei Grade,
wobei je nach Grad unterschiedlich starke Reize wie Husten, Lachen, Niesen,
Hinsetzen und Aufstehen Auslöser für den Harnabgang sein können. Beim dritten
Grad kann dies auch bereits im Liegen geschehen.

Ursachen und Symptome

Die Symptome der Belastungsinkontinenz sind deutlich: Hierbei
leiden die betroffenen Frauen oder unwillkürlichem Harnverlust, der durch oben
beschriebene Reize bzw. Bewegungen ausgelöst werden kann. Der Hintergrund:
Diese Vorgänge lösen Druck auf den Bauchinnenraum aus, der dann wiederum auf
die Blase drückt. Eine häufige Ursache für diese Form der Inkontinenz sind
mehrere Geburten, die zu einer Erschlaffung und somit zu einer Senkung des
Beckenbodens führen.

Die genaue Diagnose erfolgt zum einen durch Beobachtung
sowie das Arzt-Patienten-Gespräch. Zur Abklärung weiterer möglicher Ursachen
kann zum Beispiel eine Blasenspiegelung durchgeführt werden.

Behandlung der Belastungsinkontinenz

Welche Therapiemöglichkeiten in Frage kommen, hängt stark
von Ausprägung und Grad der Inkontinenz ab. In leichteren Fällen wird zunächst
oft eine medikamentöse Behandlung versucht. Auch Physiotherapie beispielsweise
mit Beckenbodentraining kann eine wirkungsvolle Unterstützung darstellen.
Darüber hinaus verspricht die Einlage eines Vaginalbands, auch als
TVT-Operation bekannt, deutliche Besserung. Etwa 70 bis 80% der Operationen
zeigen hierbei den gewünschten Erfolg. Dabei handelt es sich um einen relativ
kurzen Eingriff, der unter Voll- oder Teilnarkose durchgeführt wird. Durch
einen Einschnitt in die Öffnung der Harnröhre wird ein Band um den mittleren
Teil der Harnröhre gelegt. Die TOT-Operation beschreibt dasselbe Verfahren mit
minimalen Unterschieden beim Einbringen des Vaginalbandes.

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