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2020-11-27T16:13:14+01:00

NasenkorrekturDie Nasenkorrektur ist und bleibt die
Königsdisziplin der plastisch-ästhetischen Chirurgie und die Entwicklung von
neuen Techniken ist in diesem Bereich keinesfalls abgeschlossen. Alle paar
Jahre werden die Techniken auf Kongressen erneut unter die Lupe genommen, Operationsergebnisse
verglichen und Standards und Massstäbe neu definiert. Dr. Milos Kovacevic, ein
international anerkannter Experte im Bereich der Nasenchirurgie, wird versuchen
die aktuellsten Techniken auch für medizinische Laien verständlich zu erklären
und damit ein wenig zur Erleuchtung dieses komplexen Gebietes beitragen.

Spreader Flaps oder Vermeiden der Nasenrückeneinsenkung nach
Höckerabtragung

Die
Seitenknorpel der Nase bilden zusammen mit dem Nasenscheidewandknorpel eine
anatomische Einheit, vergleichbar mit der Form des Buchstaben „T“, dessen
horizontaler Balken aus zwei Bögen besteht. Bei Patienten mit sehr kurzen
knöchernen Nasenbeinen und einer ausgeprägten Nasenscheidewand (Spannungsnase)
kommt es, besonders wenn keine Rekonstruktion in diesem Bereich durchgeführt
wird, nach der Höckerabtragung sehr häufig zum Kollaps des Nasenrückens. Dabei
zeichnet sich die Kontur des sog. “umgekehrten V“ deutlich unter der Haut ab. Neben
dem ästhetischen Nachteil ist auch die Funktion der Nase durch die Einengung beeinträchtigt.
Die Prävention bestand bis jetzt darin, dass man für den
Nasenrückenwiederaufbau so genannte Spreader Grafts benutzt hat, sprich
längliche körpereigene Knorpeltransplantate, die aus der Nasenscheidewand
gewonnen wurden. Diese Transplantate wurden an der Nasenscheidewand angenäht
und am Seitenknorpel so befestigt, dass die äußeren Nasenwände nicht einfallen.
Jedoch man kann nicht immer genügend Material aus der Nasenscheidewand gewinnen,
und diese Maßnahme führt bei ausgiebiger Knorpelentnahme langfristig manchmal zur
einer deutlichen Schwächung der Stützfunktion der Nase. Daher wurden neue Operationsmöglichkeiten
gesucht. Die zurzeit aktuellste Methode der Vorbeugung der „Nasenrückeneinsenkung“
mit den funktionellen und ästhetischen Folgen ohne Notwendigkeit der
zusätzlichen Knorpelentnahme sind Spreader Flaps. Dabei nutzt man die nach
innen gebogenen Seitenknorpel nach der Abtragung des knorpeligen Höckers. Diese
werden an die Nasenscheidewand mit der sog. “Ankernaht“ so befestigt, dass man mit
weiteren Nähten oder Operationsmaßnahmen über die Breite und Form des
Nasenrückens zum ersten Mal genau entscheiden kann ohne zusätzlichen
Gewebebedarf. Diese Methode bietet in erfahrenen Händen den Vorteil, dass man
ohne zusätzliche Transplantate einen ästhetisch ansprechenden Nasenrücken
bekommt und dass der Patient nach dem Eingriff nicht unter einer Nasenatmungsbehinderung
leidet.

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