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2020-11-27T15:30:28+01:00

Diagnose und Differenzialdiagnose: Art und Ursachen der Form- und Funktionsstörungen müssen zunächst von einem dafür qualifizierten Facharzt diagnostiziert werden. Zum Untersuchungs- und Beratungsgespräch gehört in jedem Falle die Untersuchung der inneren Nase (mit Stirnlampe und Nasenspekulum ggf. Endoskopie) sowie eine Fotodokumentation der äußeren Nase und des Gesichts aus verschiedenen standardisierten Perspektiven.

Einigen Formstörungen der Nase liegen Erkrankungen zugrunde. In solchen Fällen muss zunächst die Grunderkrankung abgeklärt und ggf. behandelt werden. Andere sind maßgeblich durch Geschlecht, Alter, genetische und ethnische Faktoren mitbestimmt.

Vor einer Behandlung sollten in jedem Falle eine Analyse der Gesichts- und Nasenproportionen und eine detaillierte OP-Planung erfolgen. Zur Ästhetik der Nase und des Gesichts gibt es zahlreiche Untersuchungen aus Kunst und Wissenschaft. Somit liegen ausgiebige Daten zu den durchschnittlichen oder als „ideal“ erachteten Proportionen, Längen- und Winkelmaßen vor, auf die sich der Arzt bei der Gesichtsanalyse stützen kann. Doch sollte man sich stets bewusst sein, dass es keinen allgemein gültigen Maßstab für Schönheit gibt. Sowohl die tägliche Erfahrung, als auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass reale Nasen und Gesichter, die wir als „schön“ oder „wohlgeformt“ empfinden, zum Teil ganz erheblich von angeblichen Idealmaßen oder der perfekten Symmetrie abweichen. Deshalb benötigt ein Nasenoperateur neben seiner umfassenden Ausbildung, Erfahrung und seinem Können vor allem auch ein ausgeprägtes ästhetisches Feingefühl.

Außerdem spielt neben der ästhetischen Wunschvorstellung der individuelle Ausgangsbefund eine ganz erhebliche Rolle. Neben der Nasenform und Größe haben v.a. die Beschaffenheit des Nasengewebes, die Stabilität des Nasenknorpels oder die Elastizität der Nasenhaut ganz entscheidenden Einfluss auf das, was im Einzelfalle chirurgisch machbar ist. OP-Planungen anhand von Fotos ohne persönliche Untersuchung sind zwangsläufig unvollständig oder fehlerhaft und deshalb nicht sinnvoll.

Letztendlich muss die angestrebte Veränderung individuell im ausführlichen persönlichen Gespräch entwickelt werden. Die Wünsche und Vorstellungen des Patienten müssen dabei vor dem Hintergrund der chirurgischen Machbarkeit und der Risiken betrachtet werden. Der Erfolg der Behandlung ist von den Fähigkeiten und dem ästhetischen Empfinden des Operateurs ebenso abhängig, wie von der realistischen Erwartung des Patienten und einem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis.

„Die perfekte Nase“ gibt es nicht, und sie ist auch durch keine noch so augeklügelte Operation erreichbar. Eine Nasenkorrektur ist eine verbessernde Operation, d.h. sie soll und kann die Ausgangssituation verbessern, ein perfektes Ergebnis liefern kann sie nicht. Das ist ein wichtiger Unterschied, den es zu beachten gilt, wenn es um die Entscheidung für eine Nasenoperation geht.

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