QUICKLINKS

Ablauf der Regionalanästhesie

Spinalanästhesie: Diese Methode wird hauptsächlich für Operationen an den Beinen, aber auch für Unterbauch- und Gesäßeingriffe wie Leistenhernien- und Hämorrhoiden-OP’s angewandt.

Um eine Spinalanästhesie zügig und problemlos durchführen zu können, ist der Anästhesist auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen, d.h. der Patient ist angehalten im Sitzen die Schultern hängen zu lassen und seinen Rücken abzurunden, alternativ kann auch in Seitenlage mit angezogenen Beinen der Rücken gekrümmt werden. Dabei öffnet sich der Zwischenraum der Wirbelkörper und gibt den Weg zum Wirkort (Spinalraum) frei.

Nachdem zunächst die Haut am Einstichort betäubt wurde, wird die (sehr dünne) Spinal-Nadel zwischen den unteren Lendenwirbelkörpern mit Hilfe einer Einführungskanüle ca. 5-8 cm tief eingeführt. Der Anästhesist erkennt die sichere Lage der Nadel, indem das Zurücktropfen von Rückenmarksflüssigkeit zu beobachten ist. Kurz darauf werden einige Milliliter Lokalanästhetikum gespritzt, die schon nach wenigen Minuten ein Wärmegefühl, gefolgt von Gefühllosigkeit der Beine und des Unterbauches bewirken. Diese kommen zustande, indem die abgehenden Nervenwurzeln des Rückenmarks durch das sich ausbreitende Lokalanästhetikum betäubt werden. Mit dem Rückenmark selbst kommt man beim Punktieren nicht in Berührung, da es einige Zentimeter über der Punktionsstelle endet. Nach der Injektion wird die Einstichstelle mit einem sterilen Pflaster abgedeckt.

Nach ca. 10-15 Minuten ist die Schmerzwahrnehmung unterbrochen und es kann mit der Operation begonnen werden. Die Wirkung der Spinalanästhesie - je nach Medikament und Dosis - hält ca. 2 bis 6 Stunden an.

Periduralanästhesie (=Epiduralanästhesie): Der Ablauf der Periduralanästhesie ist im Prinzip ähnlich dem der Spinalanästhesie. Das Lokalanästhetikum wird jedoch nicht in, sondern vor den Rückenmarkskanal gespritzt, ebenfalls in Seitenlage oder im Sitzen. Da je nach Konzentration des Lokalanästhetikums häufig die motorische (willkürliche) Muskelaktivität vorhanden bleibt, aber die Schmerzwahrnehmung unterbrochen wird, ist das Verfahren ideal zur (stationären) Schmerztherapie des Brustraumes (z.B. nach Lungen-OPs...), des Bauchraumes ( z.B. nach Darm-, Leber-, Postata-, Bauchspeicheldrüsen-OPs) oder der Beine (nach Knie-, Hüftprothesen-OPs). Damit die Wirkung einige Tage erhalten bleibt, wird während der Durchführung ein dünner Plastikschlauch eingelegt, über den kontinuierlich Lokalanästhetika mittels Schmerzpumpe verabreicht werden.

Die Patienten werden täglich visitiert und das Anästhesie-Personal passt die kontinuierliche Dosis an.

Auch für Kaiserschnitt-OPs und zur (Schmerz-)Erleichterung der Geburt werden häufig Periduralanästhesien durchgeführt.

Plexusanästhesie: Bei der Plexusanästhesie geht man von einer sehr gezielten Ausschaltung der lokal regionalen Nerven aus, welche die die Operationsstelle versorgen (in der Regel Arme, Beine, Schultern).

Um den Nerv möglichst genau aufzuspüren und nicht zu verletzen, werden bestimmte Nadeln verwendet, durch die - mit Hilfe eines Nervenstimulators - der Nerv mit einem kleinen Stromreiz (0,2 - 1 mA) identifiziert wird.

Reagiert der/die Nerven auf den Stromreiz, wird mit einer definierten Menge Lokalanästhetikum das Nervenbündel (sog. Plexus) umspritzt, welches die zu operierende Region versorgt.

Nach ca. 30 Minuten ist das Gebiet, welches der Nerv versorgt, gefühllos. Je nach Wahl des Anästhetikums bleiben der betroffene Nerv und sein Versorgungsgebiet ca. zwei bis zwölf Stunden betäubt.

Bei stationären Patienten und größeren Operationen (z.B. Knie-Prothese, Schulter-Prothese, Vorfußoperationen...) kann es sinnvoll sein, diese Technik auch zusätzlich als Schmerztherapie zu nutzen. Dabei wird nach erstmaligem Aufsuchen der Region an die Einspritzstelle ein dünner Katheter gelegt, über den auf der Station mit einer (Schmerz-)Pumpe kontinuierlich Lokalanästhetikum appliziert wird. So kann die Betäubung auch nach der Operation über mehrere Tage, in seltenen Fällen sogar über Wochen, aufrecht erhalten werden.  Das Verfahren stellt bei akuten Schmerzen eine gezielte und nebenwirkungsarme Schmerztherapie dar.

Artikelinformationen

Autoren:

operation.de - Operationen nach Körperregionen

Operationen der Orthopädie und Unfallchirurgie

Orthopäden und Unfallchirurgen beschäftigen sich u.a. mit Bänderrissen und Arthrosen in den Gelenken. Auf operation.de erhalten Patienten Informationen zu den Krankheitsbildern der Orthopädie - zusätzlich stellen sich Ärzte und Kliniken vor.

» mehr

Operationen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie / Schönheitsoperationen

Die plastische Chirurgie hat funktionelle oder kosmetische Gründe. Unterschieden wird zwischen Ästhetischer Chirurgie / Schönheitsoperationen, Rekonstruktiver-, Verbrennungs- sowie Handchirurgie. Finden Sie auf operation.de Fachärzte und Kliniken dieses Fachgebietes.   » mehr

Operationen der Neurochirurgie

Die Neurochirurgie als eigenes Fachgebiet beschäftigt sich mit dem zentralen und peripheren Nervensystem. Patienten finden auf operation.de neben Informationen zu diesem Thema auch Fachärzte und Kliniken der Neurochirurgie.

» mehr

Operationen der Urologie

Urologen behandeln Krankheiten an Niere, Harnblase, Harnleiter, Harnröhre, Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläßchen, Penis und Prostata. operation.de informiert über Krankheiten der Urologie und nennt Fachärzte / Kliniken.

» mehr

Operationen der Augenchirurgie / Augenheilkunde

Weltweit ist ein augenchirurgischer Eingriff die am häufigsten durchgeführte Operation: die Operation des Katarakts, auch Grauer Star genannt. operation.de informiert über verschiedene Eingriffe der Augenchirurgie, wie bspw. zum Thema Makulaforamen.

» mehr

Operationen der MKG-Chirurgie

MKG steht für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. operation.de informiert Patienten über die Eingriffe der MKG-Chirurgie. Gleichzeitig haben Patienten die Möglichkeit, nach passenden MKG-Chirurgen oder Kliniken zu suchen.

» mehr

Operationen der HNO - Chirurgie (Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde)

HNO - Chirurgen behandeln Ohren, Kehlkopf, Rachen und Mundhöhle, die oberen Luftwege, die Speiseröhre und die unteren Luftwege. HNO-Kliniken und Fachärzte werden auf operation.de vorgestellt, ebenso wie verschiedene Krankheiten und Operationen.

» mehr

Operationen der Allgemeinen Chirurgie

Die 8 Teilgebiete der Chirurgie sind Allgemeine Chirurgie, Herz-
chirurgie, Thoraxchirurgie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Kinderchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie.

» mehr

Operationen der Gynäkologie und Frauenheilkunde

Häufig durchgeführte Operationen und Eingriffe der Gynäkologie sind bspw. die Entfernung von Eierstockzysten oder die Entfernung der Gebärmutter. Auf operation.de erhalten Patienten Informationen dazu ... Frauenärzte und Frauenkliniken stellen sich vor.

» mehr

Operationen der Kinderchirurgie

Bekannte und häufige Operationen innerhalb der Kinderchirurgie sind u.a. Leistenbruch-OPs, Blinddarmentfernunen oder Operationen an der Vorhaut (bspw. Vorhautverengung / Phimose). Eltern finden auf operation.de Kinderchirurgen und kinderchirurgische Kliniken.

» mehr

Operationen der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Auf operation.de erhalten Patienten hilfreiche Informationen zu Operationen der Herzchirurgie, der Thoraxchirurgie und der Gefäßchirurgie. Auch können entsprechende Kliniken und Fachärzte gesucht bzw. kontaktiert werden.

» mehr

Operationen der Viszeralchirurgie

Als Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) bezeichnet man Operationen an den Organen im Bauch (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Enddarm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Schilddrüse, Nebenschilddrüse). Auch Leistenbrüche gehören zur Viszeralchirurgie.

» mehr

  • Navigation
<
>
jump to top