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Kehlkopfkrebs / Bösartiger Kehlkopftumor - Ursachen und Symptome

Ursachen: Die Ursachen für Kehlkopfkrebs sind vielfältig und erstrecken sich von chronischem Tabakkonsum bis hin zu verschiedenen Arbeitsstoffen und Stäuben. Der Alkohol spielt lediglich für den Krebs im Kehlkopfeingangsbereich eine Rolle. In den vergangenen Jahrzehnten wurden verschiedene Risikofaktoren aus dem beruflichen Umfeld benannt, die jedoch aufgrund mangelnder Größe der untersuchten Stichproben bzw. unpräzisen statistischen Berücksichtigungen des Hauptconfounders “Tabakkonsum” wenig belastbar waren. Bislang hat sich lediglich Asbestfaserstaub als eigenständiger Risikofaktor durchgesetzt, der mittlerweile auch als Asbest-assoziiertes Larynxkarzinom in der Berufskrankheitenliste geführt wird. Infektiöse Ursachen, wie humane Papillomaviren (HPV-Infektion / HPV-16, -18), die insbesondere für Oropharynxkarzinome (Mundrachenkrebs) sowohl als Risiko- aber auch als Prognosefaktoren gewichtet werden, spielen für die Ätiologie (Ursache) des Larynx- und Hypopharynxkarzinoms (Kehlkopf- und Schlundrachenkrebs) eine eher untergeordnete Rolle. Insbesondere die Feinstruktur der Stimmlippenoberfläche legt die Vermutung nahe, dass aufgrund der Feinriffelung des Epithels die Kombustierung (Ablagerung) von Karzinogenen auf diesem “Balkon” im Atemluftstrom gefördert wird.

Im Folgenden soll eine kurze Darstellung der Rhein-Neckar-Larynxstudie gegeben werden, die aufgrund ihrer Größe einzigartig in Deutschland ist und weltweit die bislang umfangreichste Studie zur molekularen Epidemiologie des Larynxkarzinoms darstellt. Im Zeitraum zwischen 01.05.1998 und 31.12.2000 wurde eine bevölkerungsbezogene Fall-Kontrollstudie an 257 Patienten mit histologisch gesicherter Diagnose Larynxkarzinom (ICD-9 161.0-161.9) und 769 Kontrollpersonen in der Rhein-Neckar-Region durchgeführt. Es fanden persönliche Interviews durch geschulte Interviewer statt. Es wurden die DNA-Reparaturkapazität mittels der Aktivität des Enzyms Poly-ADP-Ri­bose-Polymerase (PARP) und damit die individuelle Mutagensensitivität (Individuelle DNA-Reaktion auf Mutagen) gemessen, sowie Polymorphismen (Polymorphismus = Mehrartigkeit eines Gens) der Gene GSTM 1, GSTT 1, ADH 2 und ADH 3 sowie ALDH 2 bestimmt, die in Asien mit erhöhtem Kehlkopfkrebsrisiko assoziiert sind. Zusätzlich wurde Tumorgewebe zur Untersuchung der p53-“hot spot”-Mutationen entnommen. Die Ergebnisse:

  • Unter den Fällen befanden sich lediglich 5 Männer (2 %), die nie geraucht haben, unter den Kontrollen hingegen 167 (24 %). 51 % der Fälle waren starke Raucher mit mehr als 40 Packyears (40 Jahre lang 20 Zigaretten täglich), hingegen unter den Kontrollen nur 17 %.
  • Bezüglich des Alkoholkonsums fanden sich in der höchsten Gruppe mit durchschnittlich mehr als 75 g Alkohol pro Tag 38 % der männlichen Fälle gegenüber 17 % der Kontrollpersonen.
  • Alkoholadjustierte Odds Ratios (Quotenverhältnis) bei Rauchern zeigten einen dosisabhängigen Anstieg mit einem Spitzenwert von 33 bei einem chronischen Tabakkonsum von mehr als 40 “Pack­years”.
  • Für den Alkoholkonsum von mehr als 75 g pro Tag ergaben sich tabakadjustierte Odds Ratios von 2,3.

Bei Betrachtung des Arbeitsumfelds ergaben sich bei folgenden Berufsgruppen signifikant erhöhte Risiken nach Adjustierung von Tabak- und Alkoholkonsum:

  • Chemiearbeiter (Odds Ratio 1,8)
  • Papierhersteller/Drucker (Odds Ratio 2,4)
  • Zimmerer/Maurer (Odds Ratio 1,9)
  • Straßenbau-/Tiefbau- und Bauhilfsarbeiter (Odds Ratio 6,4)
  • Maler/Lackierer (Odds Ratio 3,3)
  • Hilfsarbeiter (Odds Ratio 2,7)

Signifikant erniedrigte Risiken ergaben sich für Waren- und Versicherungskaufleute (Odds Ratio 0,7), Organisations- und Verwaltungsberufe (Odds Ratio  0,8) und Sozialarbeiter/Lehrer/Wissenschaftler (Odds Ratio 0,3).

Symptome: Meist bildet sich ein bösartiger Tumor / Kehlkopfkrebs, der aufgrund seiner Größe nicht mehr kehlkopferhaltend entfernt werden kann. Es handelt sich hierbei in der Regel um ein sog. Plattenepithel-Karzinom. Die hierbei auftretenden Symptome sind zuerst Heiserkeit und dann Atembeschwerden, Schluckbeschwerden, manchmal auch Blutbeimengungen im Speichel. Manchmal kündigt sich solch ein Tumor auch durch Schwellungen am Hals (Metastasen) an.

Kehlkopfkrebs / Bösartiger Kehlkopftumor - Diagnose und Differenzialdiagnose

Diagnose und Differenzialdiagnose: Die Diagnose wird durch den HNO-Arzt gestellt, der mit einem sog. Endoskop den Kehlkopf spiegelt. Finden sich Auffälligkeiten des Kehlkopfes, wird dann in Narkose genauer nachgesehen und eine Gewebeprobe entnommen (direkte Laryngoskopie). Differenzialdiagnostisch können auch verschiedene gutartige Tumoren im Kehlkopf entstehen, manchmal hat man es aber auch mit Sarkomen, Lymphomen oder anderen seltenen malignen (bösartigen) Erkrankungen zu tun.

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